Peltier-Kühler - 100 Watt mehr für mehr OC?

  • Hallo Leute,


    ich habe mir gestern mal folgendes Video vom 8auer angeschaut: Klick


    Mit dem Peltier-Kühler kann man die Temperatur der CPU tatsächlich bis auf 0 Grad abkühlen. Ich fand das Video ganz interessant. Auch bei HWL gab es dazu eine Meldung (Klick).

    Ich finde die Technik schon sehr interessant. Allerdings find ich hier noch mal zusätzlich ca. 100 Watt zu verbrauchen auch extrem. Ich bin gespannt was diese Teil kosten wird. Klar wenn Geld keine Rolle spielt ist das schon eine Option. 5,8 GHz ist doch schon eine ansagen.


    Was denkt Ihr?


    Grüße


    Ernst

  • Zu dem Kühler selbst kann ich jetzt nichts zu sagen, aber bei extremen OC geht es darum ein Prozessor mit der Temperatur runter zu bekommen und das nicht nur um mehr Spielraum mit der Temperatur zu bekommen, sondern auch weil ein Prozessor um so höher die Temperatur anliegt um so leitfähiger wird und so auch mehr Spannung für ein Takt abverlangt.


    Ihr solltet aber solche Test dennoch nicht nachmachen, denn es geht bei solchen extremes OC um ein bestimmten Rekord erreichen zu können und da scheut man sich auch nicht solch eine CPU oder sogar mehrere Prozessoren zu schrotten. Denn wenn solch ein Rekord aufgestellt wird dann wird meist nicht mit berichtet wie viele Prozessoren dazu herhalten mussten. Solche Tester bekommen meist immer die Hardware dazu gesponsert, weil die Hersteller am ende von solch einem Bericht auch zu Werbezwecke profitieren.


    Natürlich ist schon krass sehen zu können was so manchmal möglich ist.

    Aber da sollten wir Ottonormalverbraucher nur zuschauen. :)


    Bei solchen niedrigen Temperaturen kommt noch Kondenswasser dazu, daher werden Boards und deren Komponente meist auch mit Fett eingeschmiert.

  • Ich denke, dass du ohne das Teil bei gleicher Teillast auch 5,7GHz schaffen würdest. Da hat er zum Release auch mal ein Video gemacht, wo er auf die Temperaturskalierung geantwortet hat.


    0°C sind schön und gut, wie kalt die CPU wird, hängt aber viel zu sehr von ihrer eigenen Leistungsaufnahme ab. Bei niedriger Last <50W Verbrauch kann man den Kühlerboden bei der Temperatur halten, entsprechend liegt die CPU-Temperatur dann auch nur bei 20-40°C je nach Kern beim Zocken. Dabei versucht das Peltier mit Gewalt, die Kühlerbodentemp bei 0°C zu halten und verheizt 200W. Steigt die Leistungsaufnahme, wird der Vorteil weit niedriger, weil das Peltier die auftretende Abwärme nicht mehr bei der angestrebten Temperaturdifferenz abgeben kann. Da ist man bei 100W CPU-Verbrauch schon nahe an gleichen Temperaturen auf beiden Seiten des Peltiers. Bei noch mehr Leistungsaufnahme kommt es dann gar nicht mehr hinterher und wird komplett sinnlos, wenn nicht zum Wärmewiderstand. Da bräuchte man eben ein Peltier mit 1kW Leistungsaufnahme.

    Wo hat man also seinen Vorteil? Bei niedriger Last. Wann braucht man den Vorteil? Bei höherer Last, sei es Gaming im CPU-Limit. Bei dem OC säuft die CPU aber dann auch ihre 150W, schon sind die Vorteile komplett dahin. Was bringt das Peltier also wirklich? Nix.

    Für ganz kurze Peaks mag das sinnvoll sein, aber das ist die selbe Lügerei wie der Boost bei Ryzen 3000, weil auch nur unter bestimmter Last für kurze Zeit.... nur eben mit dauerhaft 200W Verbrauch, wenn etwas Last anliegt.


    Umgekehrt könnte man ja mal versuchen, die CPU direct die zu kühlen, dabei mit ordentlich Radiatorfläche und Durchfluss anzumarschieren und mal zu schauen, was passiert. Im Luxx kühlt einer seinen 9900k@5GHz mit Dual-DDC und Dual-Mora direct die und ist in prime95 bei 50°C bei 150W ohne AVX, weil er dafür sehr wenig Spannung braucht.

    Macht man sowas jetzt mit einem 10900k und hält sich bei der Spannung nicht zurück, sprich gibt der CPU 1,5V und übertreibt bei der Wakü vielleicht noch etwas weiter, kann man dennoch die Kerntemperaturen im Gaming sehr niedrig halten. Hat nur noch niemand gemacht oder ich habe noch nie so jemanden gesehen, der der CPU mal komplett Feuer gegeben hat und bei einer wirklich gewaltigen Wakü (also ungefähr in der Größenordnung wie meine:P) mal das Limit getestet hat. Da sollten dann auch dauerhaft 5,5GHz im Gaming machbar sein, bei Teillasten auch noch etwas mehr. Aber gut, wenn Wakü-OC Tests mit einem 360er bei 300W Abwärme gemacht werden, wird daraus natürlich nichts, Lüfterdrehzahl hin oder her.


    Um sein ganzes System mit Peltiers anständig zu kühlen, bedarf es weit mehr Aufwand. Da muss man eben die vier- oder gar fünffache Menge der Abwärme des PCs an Leistung in die Peltiers jagen, um durchgehend seine 0°C Komponententemperatur zu halten. Wie wie das bei Verwendung eines leistungsstarken PCs wäre, kann sich jeder selbst ausrechnen, ich käme auf 5kW Gesamtverbrauch, und da sage selbst ich nur noch nein.

  • Umgekehrt könnte man ja mal versuchen, die CPU direct die zu kühlen, dabei mit ordentlich Radiatorfläche und Durchfluss anzumarschieren und mal zu schauen, was passiert.

    Habe ich versucht, ging aber nicht.


    Meine Wassertemperatur habe ich auf 28°C halten können und mit voller Drehzahl aller meiner 14 Lüfter habe ich zwar die Wassertemperatur noch 2-3°C niedriger bekommen, hat sich aber auf diesen extrem Test und der CPU-Temperatur gar nicht mehr mit ausgewirkt.


    Denn irgendwie ist der Kern so schnell heiß geworden das nicht schnell und gut genug die Wärme auf dem Kühler übertragen werden konnte.

    Test 1

    Das ganze habe ich zunächst mit nur WLP zwischen IHS und Kühler versucht und mit Prime95 inkl. AVX und nur 1,208v Lastspannung habe ich sofort die 100°C erreicht und mein Prozessor fing dann auch schon an herunter zu takten.

    Test 2

    Mit AVX-Offset von 2, also mit AVX um 200 MHz runter zu takten habe ich im selben Test mit dem heißestem Kern etwa 90-91°C erreicht. Die Wassertemperatur betrug weiterhin 28°C. Aber ca. 20-30 min später bemerkte ich das mein Prozessor dennoch anfing sich herunter zu takten. Dazu muss aber meine CPU die 95°C übersteigen und schon fast die 100°C erreichen. Das war aber nicht der Fall und so merkte ich dann das meine Spannungswandler auf 113°C hoch geklettert waren und deshalb herunter getaktet wurde.

    Test 3

    Nun hatte ich mein Monoblock verbaut und meine Spannungswandler blieben schön bei 67°C. Daher waren meine Spannungswandler nicht mehr der limitierende Faktor. Aber mit WLP zeigte sich das selbe Bild wie zuvor, so das ich auch jetzt immer noch ein AVX-Offset von 2 nutzen musste.

    Test 4

    Nun kam Flüssigmetall zwischen IHS und Kühler mit im Spiel, weil der Monoblock schön vernickelt ist und ich keine Bedenken mehr hatte. Zwar wäre dies zuvor mit meinem Kupferboden des alten Kühlers auch gegangen, aber bekanntlich kann sich Flüssigmetall in die Poren des Kupfers etwas unschön verbinden. Deshalb hatte ich zuvor kein Test mit Flüssigmetall unternommen.


    Mit dem Flüssigmetall konnte ich nun die Leitfähigkeit verbessern und so konnte ich diese 90-91°C nun auch ohne ein AVX-Offeset bei vollen 5 GHz auf alle Kerne halten. Ohne Flüssigmetall wäre dies nur mit einem Takt von 4,8 GHz möglich gewesen.

    Fazit

    Das ganze wirkt sich aber nur in solch ein extrem Szenarium aus, denn mit normalen Anwendungen hat der Prozessor genug Zeit um schnell genug die Temperatur abführen zu können und so ist dann auch wieder die Wassertemperatur dazu ausschlaggebend. Im Extremfall jedoch wurde es im Kern schneller heiß als überhaupt abgeführt werden konnte und das ist mit einem Prozessor der bis zu 270 Watt erreichen kann nicht ganz ohne.


    Mein LM ist immer noch darunter, da ich noch kein Grund dazu gefunden habe es zu entfernen.

    Aber so im allgemeinem lohnt es sich im normal Betrieb nicht LM mit zu verwenden,


    Mein Prozessor selbst ist verlötet und daran hat sich bis heute nichts geändert.

    Natürlich kann man mit solchen Kühlmethoden oder mit Trockeneis, Stickstoff noch was raus holen, aber das ist dann schon die Holzhammer Methode.

  • Bei direct die ist kein IHS verbaut, das ist der Unterschied. Geht mit Monoblöcken übrigens sowieso nicht. Wie bei der Grafikkarte, und wie gut die gekühlt werden kann, weißt du ja.

    Bei der CPU ist die Energiedichte allerdings deutlich höher, sodass sie einfach doch wieder wärmer wird als eine GPU. Außerdem hat man dadurch noch eine gewisse Durchflussskalierung, die sich bei steigender Energiedichte pro Kühlfläche immer deutlicher zeigt.

    Wenn man also komplett ans Limit geht und mit z.B. 4 Moras und 300 l/h ankommt, wird die Wirkung schon enorm sein, allerdings ist der Aufwand dazu natürlich gewaltig.

  • Das stimmt, ich habe meine Grafikkarte von 45-46°C mit LM auf nur 37-39°C runter bekommen und das nicht nur im extrem Fall. Mittlerweile scheint sich mein Loop was geändert zu haben oder das Flüssigmetall kann sich auch etwas seitdem gerändert haben, so das ich nun auch 40-41°C unter Last erreiche. Aber von meinen 45°C die manchmal sogar auf 48°C Spitze ansteigen konnte bin ich immer noch weit entfernt.


    Bei der Grafikkarte lohnt sich meiner Meinung nach LM schon viel mehr.


    Aber da sollte man auch etwas Erfahrungen haben, denn LM ist auch Leitfähig und wird um dem Chip nicht gut abisoliert kann man auch solch eine teuere Grafikkarte schrotten. LM bekommt man wenn diese mal unterhalb der Bauteile gelangt nicht mehr so leicht weg. Aber du kennst es ja selbst, ich schreibt das nur für andere die sich damit nicht so gut auskennen.


    Mein Sohn hat vielleicht vor seine Grafikkarte auch auf Wasser umzubauen und da ich es in seinem Fall nicht mit verantworten möchte habe ich ihm gesagt das ich bei ihm nur WLP verwenden werde, denn am ende wird er besser als unter Luft kommen und auf diese 5-7°C kommt es am ende nicht mehr mit an. Kurz gesagt möchte ich nicht mit meinem Kopf hinhalten sollte doch was schief laufen.


    Denn da bin ich komischerweise immer gut mit dabei wenn es sich nicht um mein System handelt... :D

  • Wie du das geschafft hast, ist mir immer noch schleierhaft. Klar bringt LM was, aber eigentlich nicht so viel.:/

    Vom LM entfernen kann ich ein Lied singen, ich hatte da auch mal ein Malheur. Ich habe die Spritze nicht senkrecht auf die CPU gehalten, dazu hat sie noch etwas geklemmt. Als dann doch das LM kam, war etwas Schwung dahinter und es ist über den Heatspreader gespritzt, ein paar Tropfen auch mitten in die Spannungswandler. 4 Stunden, 2l Isopropanol und paar Küchenrollen später war dann alles weg gewesen, zumindest habe ich nichts mehr gefunden und das Board läuft seit den 2,5 Jahren, die das her ist, immer noch bei einem Freund.

  • Wie du das geschafft hast, ist mir immer noch schleierhaft. Klar bringt LM was, aber eigentlich nicht so viel. :/

    Kann ich dir auch nicht sagen, ich war selbst am stauen.


    Habe schon einiges an LM versucht, aber zu der Zeit hatte ich noch die MSI mit dem Werks Wasserkühler verbaut. Mit meiner neuen Grafikkarte mit einem Bykski Kühler habe ich dann auch das erste mal das Thermal Grizzly Conductonaut Flüssigmetall versucht und erst damit hatte ich solch ein gutes Ergebnis erreicht.


    Ich habe aber noch viel mehr gemacht, denn die Pads die original dem Kühler beilagen habe ich zwischen PCB und Backplate gesetzt. Denn dort war die Backplate nicht zu Kühlzwecke gedacht und hatte keinerlei Verbindung durch Pads. Die Backplate selbst ist aber aus Metall und so habe ich ein Teil der Wärme mit darüber abführen können. Die MSI Grafikkarte hatte aber hier zwischen auch Pads zwischen gesetzt, aber nicht die Asus die ich jetzt verbaut habe und mit dem Kühler wurde ja die original Backplate wieder verbaut.


    Im Bereich des Kühlers habe ich die Pads auch durch hochwertige ersetzt, so das ich nicht die originale die bei lagen verwendet habe. Zu bedenke ist auch das ich bei diesen Temperaturen auch eine Wassertemperatur zwischen 28-30°C halten kann und die Wassertemperatur mit dem Mora zusammen hier auch die Temperatur niedrig halten kann. Denn mit steigender Wassertemperatur wird natürlich auch meine GPU-Temperatur mit ansteigen.


    Hier noch ein paar Bilder dazu.



    Die Bilder sind erst vor kurzem aus der Beta BlackOpsColdWar erstellt worden.

    Das Spiel lief zu dem Zeitpunkt auch schon eine Stunde und eine höhere Wassertemperatur würde ich mit dem Mora und der momentanen Raumtemperatur von etwa 23-24°C nicht mehr erreichen.

  • Bisher konnte ich mich für Flüssigmetall nicht durchringen. Die 2-3Grad machen den Kohl ? nicht fett. Zumal über die Zeit der Temperaturvorteil langsam verfällt. Über die Gefahr des Auftragens seit ihr schon eingegangen.


    Bezüglich Topic, ja habe das Video auch gesehen. Solange die Nachteile überwiegen noch uninteressant

  • So ein Mist, dass deine Karte keine VRAM-Temp ausgegeben haben und man eben nicht sehen kann, wie die Temperaturen über die Platine verteilt sind. Was sich für mich plausibel anhört wäre, dass durch die (schlechteren) Wärmeleitpads der MSI die Sekundärkomponenten wärmer wurden und damit über die Backplate und das PCB die GPU mitgeheizt haben. Durch bessere Pads, effizientere Spannungswandler und eventuell noch einen besseren Block würde sich zumindest ein Teil der Temperatur erklären lassen, der Rest kann dann durch LM machbar gewesen sein.

    Verdammt, die Sache mit der Backplate bringt mich auf dumme Ideen, meine modden zu müssen. HALT STOP, Gehirn.


    Edit: NeKro Die Gefahr des Auftragens, die nach einmaliger Erwähnung komplett irrelevant wurde.:D Egal wie gefährlich das ist, Hauptsache kalt.

  • Mit der MSI konnte ich machen was ich wollte, solche Ergebnisse habe ich nicht erreichen können.


    Hatte dort auch LM und auch andere Pads versucht, nichts hat da auf lange Zeit was gebracht. Selbst mit Flüssigmetall kam ich nicht unter 43°C und ein paar Wochen später hatte ich die selbe Temperatur wie mit WLP. Nur hätte ich in dieser Zwischenzeit mit WLP auch wieder etwas höhere Temperaturen erreicht. Das Bild mit WLP sah aber so aus als wenn der Chip nicht plan ist und in der Mitte einen höheren Anpressdruck hatte und mehr zur Seite gedrückt wurde. Denn nach dem abnehmen des Kühlers war Mittig des Chips fast keine WLP vorhanden und man konnte deutlich den Chips selbst sehen. Zu den Ränder hin war aber mehr WLP vorhanden.


    Aber wie NeKro sagt, alles nur Kopfsache, da es auf paar Grad mehr oder weniger nicht ankommt.

    Daher werde ich sollte sich mein Sohn auch dazu entscheiden bei ihm kein LM verwenden.


    Die MSI hat nur die GPU-Temperatur ausgegeben, die Asus gibt neben der GPU-Temperatur wenigstens auch noch die Temperatur der Spannungswandler mit aus. Die Temperatur der VRam wird mir leider nicht ausgegeben, war aber mit der MSI nicht anders.



    EDIT

    Selbst mit F@H was ich anfang des Jahre ein paar Tagen versucht habe ging die Temperatur nicht höher als 41°C. Die Wassertemperatur ging hierbei auf etwa 30-31°C hoch. Wer F@H kennt, der weis das solch ein System ganz schön was abverlangt wird.

  • Das ist auf der Suche nach Gründen, warum die Hardware doch wärmer als gewünscht ist, recht normal. Entweder fragt man im Forum oder versucht sich selbst dran.

    Sobald man mal selbst verstehen will, was da vorgeht (und das passiert eigentlich immer, wenn man regelmäßig umbaut) und anfängt, selbst drüber nachzudenken, ergibt sich das dann eben. Dabei ist es alles wirklich nicht kompliziert und die ganze Wakü-Sache baut rein temperaturtechnisch auf gerade mal 2 Formeln auf: Dem Wärmestrom und der Wärmekapazität. Die Strömungsmechanik selbst spielt gar keine große Rolle, aber das ist auch nicht viel und basiert auch nur auf Strömungswiderständen und den Eigenschaften von turbulenter und mechanischer Strömung. Das war es dann schon und erscheint nur auf den ersten Blick so kompliziert, ist es in Wahrheit aber gar nicht (wie sehr viel in der Physik eigentlich), aber es scheitert an den Erklärungen (und oft auch am Lernwillen) und der Darstellung.

    Ich würde ja selbst Grafiken erstellen oder gar kleine Animationen, aber das wiederum kann ich nicht.

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