Pro - Kontra zu Luft- und Wasserkühlung

  • Guten Abend!


    Könnt ihr mir erklären, was an einer Wasserkühlung besser ist, wenn der Radiator, dann doch mit Dreckanziehenden Lüftern gekühlt werden muss?

    Oft wird dazu dann folgendes ausgesagt:


    Luftkühler:

    +Preiswert
    +Meist leiser als AIOs
    +Kühlung gut

    -RAM-Kompatibilität
    -Durch Kühlerhöhe brauchst du ein tiefes Gehäuse


    Kompaktwasserkühlungen
    +Extreme Kühlleistung
    +RAM-Kompatibilität

    -Meistens sehr laut
    -Pumpengeräusche
    -Platz für Radiator benötigt.

    -wehe irgendwo wird etwas undicht-elektroschrott.


    Jemand schreibte auch "Deshalb habe ich in ner Wakü auch nur destilliertes Wasser mit Frostschutz gemacht" danach solls auch mal undicht gewesen sein und seine Hardware hat kein Schaden genommen. Er meinte eine nicht leideten Kühlfüssigkeit befüllt zu haben. Was ist das für eine Flüssigkeit und woher kann ich solch eine Flüssikeit kaufen?

    Berichtigt mich falls ich da falsch liege oder was ist daran richtig oder falsch?

  • Mittlerweile sind Pumpen von AIOs sehr leise.


    Früher hatte man das Problem da die Pumpe nicht entkoppelt ist das sich doch Vibration auf den Gehäuse übertrug. Bei einem custom Loop kann die Pumpe besser entkoppelt werden, da separat verbaut ist. Lüfter sind natürlich auch auf Radiatoren verbaut und daher müssen sie von Zeit zu Zeit gereinigt werden.


    Bei der Kühlflüssigkeit handelt es sich um destiliertes Wasser was sehr wenig Ionen beinhaltet und deshalb nahe zu als nicht Leidend bezeichnet wird. Das mag auch beim befüllen stimmen, aber sobald der Kreislauf eine weile läuft nimmt es Verunreinigungen und Bestandteile aus den verbauten Teilen auf und wird dann, wenn auch nicht viel doch Leidend. Die Leitfähigkeit ist dann aber immer noch geringer als Beispielsweise Leitungswasser. Wenn eine Wasserkühlung ausläuft sollte ein System sofort ausgemacht werden. Dann gründlich gereinigt, da oft im Kühlwasser irgendwelche Bestandteile des Korrosionsschutz oder Farbe vorhanden sind. Am besten in Isopropanol einlegen und reinigen. Dann gut Trocknen lassen. Gut sind auch 50 Grad im Ofen damit es besser trocknen kann.


    Feuchtigkeit kann sich aber auch in Ritzen und Spalten sehr lange aufhalten, daher ist es auch gut das ganze 3-4 Tage einfach in einem warmen Raum stehen zu lassen. Am ende ist es Glücksache ob die Hardware wieder läuft und kein Schaden genommen hat. Aber die berechtigte Sorge das durch auslaufen von Kühlflüssigkeit die Hardware Schaden nehmen kann ist berechtigt,


    Mit einer Wasserkühlung sollte daher gründlich, genau und Vorsorglich gearbeitet werden. Am und zu sollten auch Anschlüsse, Schläuche oder Hardtubes auf festen Sitz geprüft werden. Beim befüllen und entlüften eines Systems sollte auch kein System laufen, daher immer mit externen Netzteilen befüllen, denn sollte was schief gehen nimmt die Hardware jedenfalls kein Schaden solange keine Spannung an lag. Dann muss nur alles Gründlich getrocknet werden.


    Mir ist beim letzten Umbau nach dem Befüllen eine Röhre abgesprungen, da die Röhre doch beim verschrauben der Überwurfmutter etwas raus gerutscht war. Mein System läuft heute nach 9 Monate immer noch problemlos, weil zu dem Zeitpunkt keine Spannung am System anlag und ich nur alle Trocken machen musste. Zum Glück war das meiste aus dem Gehäuse raus gespritzt, so das die Hardware selbst nur ein paar Tropfen abbekommen hatte.

  • Wir sind auch in einem Forum und da melden sich halt überwiegend Leute mit Probleme.

  • Könnt ihr mir erklären, was an einer Wasserkühlung besser ist, wenn der Radiator, dann doch mit Dreckanziehenden Lüftern gekühlt werden muss?

    Einfach gesagt, eine Sache: Der Transport des Wärmeträgers.

    Klingt erstmal kompliziert, ist es abernicht.

    Bei der klassischen Luftkühlung strömt die Wärme bei vielen kleinen und billigen Kühlern einfach durch das Metall, sei es Kupfer oder Alu. Bei den höherpreisigen Modellen hat man Heatpipes. Da verdampft das Kühlmittel am heißen Bereich, sprich in der Nähe der Cpu und kondensiert im kalten Bereich, also da, wo die Kühlfinnen die Heatpipes berühren. Der Dampf bewegt sich dabei rein passiv durch Druckunterschiede, die Flüssigkeit durch Kappilareffekte,...

    Bei der Wasserkühlung hat man den Vorteil, dass das Kühlmittel aktiv bewegt wird. Das klingt erstmal nach wenig, ist aber ein großer Unterschied! Heatpipes sind in ihrer Länge beschränkt bzw. verlieren bei der üblichen Bauweise mit steigender Länge erheblich an Wirkung, zusätzliche Länge bringt kaum was. Außerdem ist das System durch das Gehäuse beschränkt. Bei der Wakü kann man durch die Pumpe das Kühlmittel direkt bewegen, es ist kein Transport durch Effekte nötig, die durch den Phasenwechsel erzeugt werden. Damit hat man eine quasi unbegrenzte Kühlfläche zur Verfügung, wenn man denn will. Das sieht man wunderbar, wenn man einen größeren Radiator mit einem Luftkühler vergleicht. Das einzige wirkliche Limit bei der Wakü ist dabei der Wärmeübergang von der Wärmequelle zum Kühlmittel/Wasser (den man unter Luft auch hat), alles andere lässt sich nahezu beliebig ausbauen. Ein geschlossenes System wie eine AiO schränkt einen natürlich dabei ein, man muss aber auch bedenken, dass selbst eine AiO genug Fläche haben kann, um die übliche Abwärme heutiger Hardware ausreichend gut abführen zu können.

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